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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Forschungszentrum Stimme & Emotion
Research Centre Speech & Emotion

     
 

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Ressourcen des Forschungszentrums "Stimme & Emotion"


Das Forschungszentrum "Stimme und Emotion" verfügt über eine Reihe von Ressourcen, die gemeinsamen Projekten zur Verfügung stehen. Die folgende Aufzählung ist nicht vollständig.



Labor für Sprach- und Schallanalyse

Das Forschungszentrum "Stimme & Emotion" kann in der Leibnizstr. 6 (EG, R.28/29) auf ein gut ausgestattes Labor für Sprach- und Schallanalyse zurückgreifen. Eine doppelwandig isolierte Schallkabine mit schallmindernder Innenausstattung ist für Sprachaufnahmen wie für kontrollierte Abhörbedingungen geeignet. Der Regieraum ist mit aktueller Hard- und Software ausgestattet. Ein schallgeschützter holzvertäfelter Seminarraum sowie ein zweiter, mit Workstations ausgerüsteter Seminarraum erlauben die Einführung der Studierenden in die Grundlagen der Phonetik, Akustik und Sprachaufzeichnung. Die Seminarräume sind durch ihren schallgeschützten Aufbau und die darauf abgestimmte technische Einrichtung darüber hinaus bestens für die Durchführung von Hörexperimenten, insb. von Experimenten zur Sprachwahrnehmung, ausgerüstet. Die Stimuli für die Experimente können über eine eigens dafür entwickelte Software direkt vor Ort generiert, modifziert und - mit oder ohne Wiederholungen - randomisiert werden. Für die eigentliche Durchführung der Hörexperimente steht modernste Hard- und Software auf Touchscreen-Basis zur Verfügung, die eine automatische Speicherung und statistische Aufbereitung der Hörurteile sowie der dazugehörigen Reaktionszeiten für bis zu 8 Versuchspersonen gleichzeitig gestattet. Dabei können die Stimuli sowohl über Lautsprecher als auch über Kopfhörer präsentiert werden. Zum Labor gehört ferner eine sprachphysiologische Kabine. Hierbei handelt es sich um eine elektrisch abgeschirmte Messkabine zur möglichst störungsfreien Erfassung von artikulatorischen und physiologischen Messsignalen. Zur Auswahl stehen eine Reihe spezieller Messwertaufnehmer, wie z.B. Pneumotachograph (Luftströmung durch Mund und Nase), Laryngograph bzw. Photoglottograph (Stimmbandschwingungen), Velograph (Bewegungen des Gaumensegels), Elektromyograph (Aktionspotentiale der Muskeln) und dynamischer Palatograph (Zungen-Gaumen-Kontakte). Technisch betreut wird das Labor für Sprach- und Schallanalyse von Herrn Elektroingenieur Dr.-Ing. M. Scheffers (Tel: +49 431 880-3321). Die wissenschaftliche Leitung des Labors obliegt derzeit dem Fach "Analyse gesprochener Sprache", vertreten durch Herrn Prof. Dr. Oliver Niebuhr.




Psychophysiologisches Labor

Dem Forschungszentrum "Stimme & Emotion" steht in der Olshausstr. 62 ein Labor mit Möglichkeit zur psychophysiologischen Datenerfassung zur Verfügung. Zwei doppelwandig isolierte Schallkabinen ermöglichen es, dass Versuchspersonen von Außengeräuschen ungestört akustische und visuelle Stimuli präsentiert werden können. Die technische Ausstattung ist dabei gleichzeitig in der Lage, Hautleitwert, Herzrate, Blutdruck, Atemrate, Muskelaktivität und EEG zu erfassen. Ein besonderes Highlight stellt die Möglichkeit der objektiven Erfassung von Gänsehaut dar. Zusätzlich können subjektive Angaben , zum Beispiel Fragen zu den Stimuli, von Versuchspersonen direkt am Computer getätigt werden.




Korpora: KASPAR und KIESEL und der Kiel Corpus of Spontaneous Speech

Die Grundlage des empirischen Arbeitens im Forschungszentrum "Stimme & Emotion" bilden zwei facettenreiche, aussagekräftige und zugleich mehr oder weniger kontrollierte Sprachdatenkorpora. Hierbei handelt es sich auf der einen Seite um KASPAR, das Kiel Affective Speech Archive. Das Archiv umfasst über 3.500 Aufnahmen von semantisch neutralen Einzelsätzen in den 6 Basisemotionen Furcht, Wut, Ekel, Freude, Überraschung und Trauer. Die Sätze stammen gleichermaßen von Laien und trainierten Schauspielern. Um möglichst authentische Emotionen von beiden Probandengruppen zu elizitieren, wurden mittels aufwendiger Versuchsanordnungen die Satzproduktionen durch multi-modale Reizkontexte unterstützt. Eine weitere Besonderheit ist, dass KASPAR neben den eigentlichen Produktionsdaten auch eine umfangreiche Datenbank zu den Wirkungen der Sätze auf Hörer umfasst. So wurden die über 3.500 Sätze von mehr als 100 Versuchspersonen etwa 40.000 Mal beurteilt. Auf der Basis dieser Urteile konnten 175 eindeutige Stimuli selektiert werden, über die dann weitere, detailliertere Urteile von 40 Versuchspersonen eingeholt wurden. Außerdem wurden peripherphysiologische Daten erhoben (vgl. Psychophysiologisches Labor, oben), bei denen sich für die einzelnen Emotionskategorien charakteristische Signaturen herauskristallisieren.

Eine Auswahl von Sprachbeispielen des KASPAR steht hier zum Download bereit.

Bei KIESEL handelt sich um die Kieler Sammlung Expressiver Lesesprache. Der KIESEL Korpus ist zwar deutlich kleiner als KASPAR, wird jedoch in regelmäßigen Abständen erweitert. Derzeit umfasst KIESEL knappe 3 Stunden Sprachmaterial von 20 Sprecherinnen und Sprechern des Deutschen. Anders als bei KASPAR sind die relevanten Sätze und Phrasen der KIESEL auf der Basis von SAMPA und PROLAB segmentell und prosodisch annotiert worden und somit für Suchabfragen und Sortierungen sowie für initiale statistische Analysen zugänglich. Die Annotationsdateien liegen als PRAAT-Textgrids im TXT-Format vor. Zudem bestehen die Sprachdaten der KIESEL fast ausschließlich aus Dialogen zu Alltagsthemen, was bereits per se eine kommunikative und damit repräsentative Basis für die Sprachdatengewinnung darstellt. Um diese Basis während der Aufnahme im Labor noch weiter zu unterstützen, wurden für die Dialoge nur solche Personenpaare herangezogen, die sich auch privat seit langer Zeit gut kennen und auch mit dem Aufnahmeleiter vertraut sind. Die Sprecherinnen und Sprecher bekamen die Dialoge vor der Aufnahme 1-2 Stunden zum Trainieren ausgehändigt, mit der Instruktion, dass die Dialoge für die Aufnahme ganz natürlich/alltäglich klingen sollten. Ansonsten wurden die Probanden nicht spezifischer instruiert. Art und Stärke der Expressivität/Emphase in den Dialogen wurden allein durch entsprechende semantisch-pragmatische Kontexte gesteuert.

Eine Auswahl von Sprachbeispielen der KIESEL steht hier zum Download bereit.

Neben KASPAR und KIESEL steht dem Forschungszentrum mit dem Kiel Corpus of Spontaneous Speech eine der in Umfang und Annotation umfassendsten Sprachdatenbanken des Deutschen zur Verfügung. Der Kiel Corpus umasst 82 Dialoge von 16 Sprecherinnen und Sprechern, die insgesamt in über 4 Stunden mehr als 25.000 Wörter produziert haben. Anders als bei KASPAR und KIESEL handelt es sich tatsächlich um Spontansprache, ohne zuvor verschrifteten Ausgangspunkt. Die Daten sind auf der Basis von XASSP und PROLAB vollständig segmentell und prosodisch annotiert worden. Neben den Signalannotationen existieren eine orthographische Transliteration, eine kanonische Repräsentation und ein Variantenlexikon. Die Dialoge des Kiel Corpus entstammen 2 unterschiedlichen Szenarien, einem Terminabspracheszenario und einem Video-Task-Szenario. Weitere Informationen zum Kiel Corpus finden sich hier.

Eine Auswahl von Sprachbeispielen des Kiel Corpus steht hier zum Download bereit.



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Letzte Aktualisierung / last updated: 06.03.2011
© O. Niebuhr,
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